„Geld unterliegt im Laufe unseres Lebens der Inflation,
der Wert der Zeit dagegen steigt. Wer rechtzeitig umwechselt, gewinnt.“
(Christian Schütze, Teurer Rohstoff Zeit)
Vor drei Jahren, als es losging mit dem Ruhm des damals 17jährigen kleinen und drahtigen Turners aus Hessen, ahnte man schon, dass Fabian Hambüchen sich auf den Weg nach Peking machen würde. Und tatsächlich trat er die Reise ins Reich der Mitte an. Jeder Deutsche, der nur ein bisschen Interesse an Sport oder wenigstens am guten Abschneiden der deutschen Mannschaft im Medaillenspiegel hat, drückte ihm die Daumen. Fabian reiste mit einer Riesenlast an Erwartung im Gepäck. Und dann fielen ausgerechnet die Wettbewerbe der Turner in eine Zeit, in der Hambüchen „keine gute Woche“ hatte. Dreimal Vierter, beim vierten Wettkampf die Bronzemedaille.
Es scheint, als hätte sich die spöttische Redewendung der Römer vor einer Papstwahl bei ihm bestätigt: Wer als Papst ins Konklave geht, kommt als Kardinal heraus. Bleibt nur zu hoffen, dass bei den Trainings unserer olympischen Jungs und Mädels auch das Scheiternlernen eine gewisse Rolle spielt - bei allen mentalen Siegerposen, die ihnen angedrillt werden. Erstens tut es für die eigene Entwicklung gut, erleben zu müssen, dass nicht alle hochfliegenden Pläne automatisch in Erfüllung gehen - trotz allen Mühens eine kleine Lektion in Sachen Demut! Zweitens hat Fabian Hambüchen Zeit, sich auf die nächste Olympiade vorzubereiten – er ist erst 20 –, und dann dort den Run der deutschen Mannschaft auf Gold und Silber mächtig aufzumischen.